Richtige Anwendung von Nasensprays


So vermeiden Sie die Abhängigkeit (Privinismus)
Richtige Anwendung von Nasensprays
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Abschwellende Nasensprays verschaffen bei verstopfter Nase schnell Luft – doch sie gehören nur kurzzeitig angewendet.

Wenn die Nase bei einer Erkältung dicht ist, greifen viele Menschen zum abschwellenden Nasenspray. Kein Wunder: Schon wenige Minuten nach dem Sprühen wird die Nasenatmung wieder frei, der Druck im Kopf lässt nach und auch das Ein- und Durchschlafen fällt wieder leichter. Genau diese schnelle und zuverlässige Wirkung macht die Präparate aber auch zu einer Stolperfalle. Denn wer sie zu lange benutzt, riskiert eine Gewöhnung der Nasenschleimhaut – den sogenannten Privinismus. Wie Sie abschwellende Nasensprays richtig einsetzen und worauf Sie achten sollten, erfahren Sie hier.

Wie abschwellende Nasensprays wirken

Die meisten frei verkäuflichen Schnupfensprays enthalten Wirkstoffe aus der Gruppe der Alpha-Sympathomimetika, etwa Xylometazolin oder Oxymetazolin. Diese Substanzen verengen die feinen Blutgefäße in der Nasenschleimhaut. Dadurch schwillt das angeschwollene Gewebe ab, die Nasengänge werden weiter und die Luft kann wieder ungehindert strömen. Gleichzeitig wird weniger Sekret gebildet, sodass auch das ständige „Laufen“ der Nase nachlässt. Der Effekt setzt meist innerhalb von fünf bis zehn Minuten ein und hält je nach Präparat mehrere Stunden an.

Bei einem akuten Schnupfen sind diese Sprays deshalb durchaus sinnvoll. Sie erleichtern das Atmen, verbessern den Schlaf und können dazu beitragen, dass belüftungsbedürftige Bereiche wie die Nasennebenhöhlen und die Ohrtrompete wieder besser belüftet werden. Gerade beim Fliegen oder bei einer Mittelohrentzündung wird das als angenehm empfunden. Das Problem ist nicht der Wirkstoff an sich – sondern die Dauer der Anwendung.

Was ist der Privinismus?

Der Begriff Privinismus leitet sich vom früheren Markennamen „Privin“ ab und bezeichnet die Abhängigkeit der Nasenschleimhaut von abschwellenden Nasentropfen oder -sprays. Wird das Spray über mehr als etwa eine Woche hinaus regelmäßig angewendet, gewöhnt sich die Schleimhaut an die künstliche Gefäßverengung. Lässt die Wirkung nach, schwillt sie dann nicht nur wieder normal an, sondern reagiert überschüssig – die Nase ist erneut verstopft, oft sogar stärker als zuvor. Dieser Effekt wird als Rebound- oder Reboundschwellung bezeichnet.

Die Folge ist ein Teufelskreis: Weil die Nase ohne Spray nicht mehr frei wird, greifen Betroffene immer wieder und immer häufiger zum Präparat. Die Schleimhaut bleibt dauerhaft gereizt, kann austrocknen und sich entzünden. In schweren Fällen bildet sie sich zurück, und es entsteht eine sogenannte Stinknase (Rhinitis sicca), bei der die natürliche Selbstreinigung der Nase gestört ist und ein unangenehmer Geruch auftreten kann. Manche Menschen benutzen ihr Nasenspray über Monate oder sogar Jahre, ohne den Schnupfen, der eigentlich längst abgeklungen ist, je wirklich loszuwerden.

Die wichtigsten Regeln für die Anwendung

Damit es gar nicht erst zu einer Gewöhnung kommt, sollten Sie beim Einsatz abschwellender Nasensprays einige Grundregeln beachten:

  • Nicht länger als sieben Tage: Wenden Sie abschwellende Sprays in der Regel maximal eine Woche am Stück an. So lange braucht ein gewöhnlicher Schnupfen meist, um abzuklingen.
  • Nicht öfter als nötig: Halten Sie sich an die auf der Packung angegebene Höchstdosis, meist zwei- bis dreimal täglich ein Sprühstoß pro Nasenloch. Mehr bringt keinen zusätzlichen Nutzen, erhöht aber das Risiko der Gewöhnung.
  • Die richtige Dosierung wählen: Für Kinder und Säuglinge gibt es eigene, niedriger dosierte Präparate. Verwenden Sie niemals ein Erwachsenenspray bei kleinen Kindern.
  • Richtig sprühen: Putzen Sie zunächst vorsichtig die Nase. Halten Sie den Kopf gerade, führen Sie die Sprühspitze nur wenig in das Nasenloch ein und sprühen Sie während des Einatmens.
  • Nur eine Person pro Fläschchen: Aus hygienischen Gründen sollte ein Spray nicht von mehreren Personen benutzt werden, um die Übertragung von Keimen zu vermeiden.

Sanfte Alternativen und Hilfen

Wer seine Schleimhaut schonen möchte oder das Spray bereits zu lange benutzt hat, kann auf mildere Maßnahmen zurückgreifen. Salzhaltige Nasensprays und Nasenspülungen mit isotonischer oder hypertoner Kochsalzlösung befeuchten die Schleimhaut, lösen festsitzendes Sekret und führen nicht zu einer Gewöhnung. Sie können daher auch über längere Zeit problemlos angewendet werden. Auch das Inhalieren mit Wasserdampf, ausreichendes Trinken und eine ausreichend feuchte Raumluft helfen, die Nase frei zu bekommen.

Bei allergisch bedingtem Schnupfen sind abschwellende Sprays ohnehin nicht die erste Wahl – hier kommen je nach Beschwerden eher antiallergische Wirkstoffe wie Cromoglicinsäure oder kortisonhaltige Nasensprays zum Einsatz, die gezielt die Entzündung dämpfen und nicht zum Privinismus führen. Welche Variante für Sie geeignet ist, klären Sie am besten in einem persönlichen Beratungsgespräch.

Raus aus dem Teufelskreis

Haben Sie den Verdacht, bereits von Ihrem Nasenspray abhängig zu sein, lässt sich die Schleimhaut in den meisten Fällen wieder erholen. Eine bewährte Methode ist der schrittweise Entzug: Reduzieren Sie zunächst die Anzahl der Sprühstöße und lassen Sie nach und nach einzelne Anwendungen weg. Manchen Betroffenen hilft die „Ein-Loch-Methode“, bei der zunächst nur noch ein Nasenloch behandelt wird, damit die andere Seite frei atmen lernt. Unterstützend können Salzsprays die Phase des Entzugs erleichtern.

Gelingt der Entzug nicht von selbst, oder halten die Beschwerden trotz abgeklungener Erkältung an, sollten Sie ärztlichen Rat einholen. In hartnäckigen Fällen kann eine kurzzeitige Behandlung mit einem kortisonhaltigen Nasenspray sinnvoll sein, das die gereizte Schleimhaut beruhigt. Auch dauerhaft verengte Nasenmuscheln lassen sich, wenn nötig, hals-nasen-ohrenärztlich behandeln.

Wann Sie aufmerksam werden sollten

Ein Schnupfen ist in der Regel harmlos und klingt innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst ab. Halten die Beschwerden jedoch länger an, kommen hohes Fieber, starke Kopf- oder Gesichtsschmerzen, eitriges Sekret oder eine einseitig dauerhaft verstopfte Nase hinzu, sollten die Ursachen ärztlich abgeklärt werden. Dahinter können etwa eine Nasennebenhöhlenentzündung, eine verkrümmte Nasenscheidewand oder Polypen stecken. Auch Kinder, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck sollten abschwellende Nasensprays nur nach Rücksprache anwenden.

Unser Team in der Nord-Apotheke berät Sie gern ausführlich zur richtigen Anwendung von Nasensprays, zu schonenden Alternativen und zum sanften Ausstieg aus einer bestehenden Gewöhnung. Sprechen Sie uns einfach an – gemeinsam finden wir die passende Lösung für Ihre Nase.

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