Sonnenbrand richtig behandeln und Spätfolgen vermeiden
Ein langer Tag am See, eine Wanderung im Hochgebirge oder einfach zu lange im Liegestuhl eingenickt – und schon spannt und brennt die Haut. Sonnenbrand ist eine der häufigsten Sommerverletzungen und wird oft unterschätzt. Dabei handelt es sich um eine echte Entzündung der Haut, ausgelöst durch zu viel UV-Strahlung. Wer weiß, was jetzt zu tun ist und was man besser unterlässt, lindert die Beschwerden schneller und schont seine Haut langfristig.
Was beim Sonnenbrand in der Haut passiert
Verantwortlich für den Sonnenbrand ist vor allem die UV-B-Strahlung der Sonne. Sie dringt in die obersten Hautschichten ein und schädigt dort die Zellen und ihr Erbgut. Der Körper reagiert mit einer Entzündung: Die Blutgefäße weiten sich, die Haut rötet sich, wärmt sich und schmerzt. Typischerweise zeigen sich diese Beschwerden nicht sofort, sondern erst mit einigen Stunden Verzögerung. Ihren Höhepunkt erreicht ein Sonnenbrand meist nach 12 bis 24 Stunden. Das ist tückisch, denn während man in der Sonne sitzt, spürt man die Schädigung oft noch gar nicht.
Mediziner unterscheiden den Schweregrad ähnlich wie bei anderen Verbrennungen. Bei einem leichten Sonnenbrand ist die Haut nur gerötet, sie spannt und brennt. Bei einem schwereren Sonnenbrand bilden sich zusätzlich Bläschen oder große Blasen, die Haut kann stark schmerzen, und es treten mitunter Allgemeinbeschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel oder Fieber auf. Letzteres ist bereits ein Warnzeichen dafür, dass der Körper insgesamt unter der Hitze und der UV-Belastung gelitten hat.
Erste Hilfe: So lindern Sie die Beschwerden
Wichtigste Maßnahme: Raus aus der Sonne – und zwar für die nächsten Tage. Die bereits geschädigte Haut darf jetzt keine weitere UV-Strahlung abbekommen. Anschließend hilft Kühlung. Legen Sie kalte, feuchte Umschläge auf die betroffenen Stellen oder duschen Sie lauwarm bis kühl. Eiswürfel oder Kühlpacks gehören dagegen nicht direkt auf die Haut: Die Eiskälte kann das geschädigte Gewebe zusätzlich schädigen. Wickeln Sie Kühlelemente daher immer in ein Tuch und legen Sie sie nur kurz auf.
Da ein Sonnenbrand dem Körper Flüssigkeit entzieht, sollten Sie viel trinken – am besten Wasser oder ungesüßten Tee. Zur Pflege der Haut eignen sich feuchtigkeitsspendende, kühlende Produkte wie Lotionen oder Gele, etwa mit Aloe vera oder Dexpanthenol. Sie unterstützen die Regeneration und lindern das Spannungsgefühl. Verzichten Sie in der akuten Phase auf fettreiche Salben oder Öle: Sie schließen die Wärme ein und können den Hitzestau noch verstärken.
Bei stärkeren Schmerzen können entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen sinnvoll sein. Sie wirken nicht nur gegen den Schmerz, sondern auch gegen die Entzündung. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten, welches Präparat für Sie geeignet ist und wie Sie es richtig dosieren.
Diese Fehler sollten Sie vermeiden
Rund um die Behandlung von Sonnenbrand kursieren viele Hausmittel – nicht alle sind hilfreich, manche sogar schädlich. Diese Dinge sollten Sie unterlassen:
- Quark oder Joghurt auf großflächige oder offene Stellen: Auf kühlen, intakten Hautpartien empfinden das manche als angenehm. Auf Blasen oder aufgeplatzter Haut besteht jedoch Infektionsgefahr durch Keime aus dem Milchprodukt.
- Blasen aufstechen: Die Blasendecke ist ein natürlicher Schutz vor Infektionen. Öffnen Sie Blasen nicht selbst.
- Peelings, Rubbeln oder Abziehen der schälenden Haut: Lassen Sie die Haut sich in Ruhe regenerieren. Mechanische Reizung verzögert die Heilung.
- Parfümierte oder alkoholhaltige Produkte: Sie reizen die ohnehin geschädigte Haut zusätzlich.
- Erneute Sonne – auch über Wolken oder Glas: UV-Strahlung wirkt auch bei bedecktem Himmel. Schützen Sie die betroffene Haut, bis sie vollständig abgeheilt ist.
Wann Sie ärztlichen Rat suchen sollten
Ein leichter Sonnenbrand heilt in der Regel innerhalb weniger Tage von selbst ab. In bestimmten Fällen sollten Sie jedoch ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Das gilt, wenn sich großflächige Blasen bilden, wenn ein großer Teil der Körperoberfläche betroffen ist oder wenn Allgemeinsymptome wie Fieber, Schüttelfrost, Kreislaufprobleme, starke Kopfschmerzen oder Übelkeit hinzukommen. Solche Beschwerden können auf einen Sonnenstich oder einen Hitzschlag hindeuten, die rasch behandelt werden müssen.
Besondere Vorsicht ist bei Säuglingen und Kleinkindern geboten. Ihre Haut ist dünner und empfindlicher, der natürliche UV-Schutz noch nicht voll ausgebildet. Babys unter einem Jahr gehören grundsätzlich nicht in die direkte Sonne. Zeigt ein Kind nach einem Sonnenbad Beschwerden, sollten Eltern im Zweifel kinderärztlichen Rat einholen.
Warum jeder Sonnenbrand zählt
Auch wenn die Rötung nach einigen Tagen wieder verschwindet: Die Schädigung der Hautzellen bleibt nicht ohne Folgen. Jeder Sonnenbrand – besonders in Kindheit und Jugend – erhöht das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken, einschließlich des gefährlichen schwarzen Hautkrebses (malignes Melanom). Die Haut vergisst nichts: UV-Schäden summieren sich über das gesamte Leben. Daneben fördert häufige, intensive Sonneneinstrahlung die vorzeitige Hautalterung mit Falten, Pigmentflecken und ledriger Haut.
Umso wichtiger ist konsequenter Sonnenschutz – nicht erst, wenn die Haut schon spannt. Meiden Sie die intensive Mittagssonne, etwa zwischen 11 und 15 Uhr. Tragen Sie ein Sonnenschutzmittel mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor auf, verwenden Sie es großzügig und erneuern Sie es regelmäßig – besonders nach dem Baden und Abtrocknen. Eine Kopfbedeckung, eine Sonnenbrille mit UV-Schutz und leichte, dicht gewebte Kleidung sind ein zusätzlicher, zuverlässiger Schutz. Denken Sie auch an oft vergessene Stellen wie Ohren, Nacken, Fußrücken und die Kopfhaut im Scheitelbereich.
Gerade in den ersten sonnigen Tagen des Jahres ist die Haut besonders empfindlich, weil sie noch nicht an die Strahlung gewöhnt ist. Gewöhnen Sie sie langsam an die Sonne und übertreiben Sie es nicht. So genießen Sie die warme Jahreszeit, ohne Ihrer Haut zu schaden. Bei Fragen rund um den passenden Sonnenschutz, die Versorgung eines Sonnenbrands oder die richtige Hautpflege beraten wir Sie gern persönlich in der Apotheke.