Husten richtig behandeln: Hustenstiller und Schleimlöser im Vergleich


Wann welcher Hustensaft sinnvoll ist

Husten gehört zu den häufigsten Beschwerden, die uns im Lauf eines Jahres begleiten – vor allem in der kalten Jahreszeit. So lästig er auch sein mag: Husten ist zunächst einmal ein sinnvoller Schutzreflex. Er befreit die Atemwege von Krankheitserregern, Schleim, Staub und Fremdkörpern. Trotzdem wünschen sich viele Betroffene rasche Linderung, gerade wenn der Hustenreiz den Schlaf raubt oder im Alltag zur Belastung wird. In der Apotheke stehen dafür zwei große Wirkstoffgruppen zur Verfügung: Hustenstiller und Schleimlöser. Beide haben ihre Berechtigung – aber sie wirken vollkommen unterschiedlich, und nicht jedes Mittel passt zu jeder Hustenart. Wer hier zur falschen Präparategruppe greift, riskiert im schlimmsten Fall, dass die Beschwerden länger anhalten.

Trockener Reizhusten oder produktiver Husten?

Bevor Sie zu einem Hustenmittel greifen, lohnt sich ein genauer Blick auf die Art des Hustens. Mediziner unterscheiden grundsätzlich zwei Formen. Der trockene Reizhusten – fachsprachlich auch unproduktiver Husten genannt – tritt häufig zu Beginn einer Erkältung auf. Er ist quälend, oft krampfartig und bringt keinen oder kaum Schleim hervor. Typisch ist ein kratzendes, kitzelndes Gefühl im Hals, das immer wieder einen kaum beherrschbaren Hustenanfall auslöst. Besonders nachts kann dieser Reizhusten den Schlaf empfindlich stören.

Der produktive Husten dagegen ist der „lockere“ Husten, bei dem sich Schleim (Auswurf) löst und abgehustet wird. Er folgt häufig auf die trockene Phase einer Erkältung, wenn der Körper beginnt, vermehrt Bronchialsekret zu bilden. Dieser Schleim transportiert Krankheitserreger und Zelltrümmer aus den Atemwegen heraus – das Abhusten erfüllt also einen wichtigen Zweck. Die Faustregel der meisten Apothekerinnen und Apotheker lautet deshalb: Trockener Reizhusten darf gedämpft werden, festsitzender Schleim soll gelöst und herausbefördert werden.

Hustenstiller: Ruhe für gereizte Atemwege

Hustenstiller, fachsprachlich Antitussiva, unterdrücken den Hustenreiz. Sie sind die richtige Wahl beim trockenen, quälenden Reizhusten – vor allem, wenn er den Nachtschlaf stört und keinerlei Schleim mehr abzuhusten ist. Man unterscheidet zwei Wirkprinzipien. Zentral wirkende Hustenstiller dämpfen das Hustenzentrum im Gehirn und heben damit die Reizschwelle an: Wir husten seltener und weniger heftig. Zu dieser Gruppe gehören rezeptfreie Wirkstoffe wie Dextromethorphan und Pentoxyverin sowie die verschreibungspflichtigen Opioide Codein und Dihydrocodein. Peripher wirkende Hustenstiller wie Levodropropizin setzen dagegen direkt an den Hustenrezeptoren der Atemwege an und beeinflussen das Gehirn kaum.

So hilfreich Hustenstiller in der Nacht sein können – einige Punkte sind zu beachten. Codein und Dihydrocodein können müde machen, die Atmung dämpfen und bei längerer Anwendung abhängig machen; sie gehören in ärztliche Hand. Auch Dextromethorphan kann benommen machen und sollte nicht ohne fachlichen Rat mit bestimmten Antidepressiva kombiniert werden. Grundsätzlich gilt: Hustenstiller sind für die kurzfristige Anwendung gedacht, vor allem zur Nacht. Tagsüber, wenn das Abhusten erwünscht ist, sollte man eher zurückhaltend damit umgehen.

Schleimlöser: Festsitzenden Schleim verflüssigen

Schleimlöser – auch Expektorantien genannt – kommen beim produktiven Husten zum Einsatz. Ihr Ziel ist es, zähen, festsitzenden Schleim zu verflüssigen und damit das Abhusten zu erleichtern. Innerhalb dieser Gruppe lassen sich zwei Wirkprinzipien unterscheiden. Sekretolytika fördern die Bildung eines dünnflüssigeren Bronchialsekrets, während Mukolytika die zähen Schleimfäden chemisch aufbrechen und so die Fließeigenschaft verbessern. Zu den bekanntesten chemisch definierten Wirkstoffen zählen Acetylcystein (oft als ACC abgekürzt), Ambroxol und Bromhexin.

  • Acetylcystein (ACC): spaltet die Verbindungen im zähen Schleim auf und macht ihn dünnflüssiger.
  • Ambroxol: regt die Schleimproduktion an und unterstützt den Abtransport; es wirkt zusätzlich leicht örtlich betäubend im Rachen.
  • Bromhexin: verflüssigt das Sekret und erleichtert so das Abhusten.

Wichtig ist bei allen Schleimlösern eine ausreichende Trinkmenge: Nur wer genug trinkt, gibt dem Körper die Flüssigkeit, die er zum Verflüssigen des Schleims braucht. Außerdem sollten Schleimlöser nicht am späten Abend eingenommen werden – der gelöste Schleim will schließlich abgehustet werden, was den Nachtschlaf stören kann. Die letzte Dosis nimmt man daher besser einige Stunden vor dem Schlafengehen ein.

Pflanzliche Alternativen aus der Apotheke

Neben den chemisch definierten Wirkstoffen gibt es eine Reihe gut untersuchter pflanzlicher Hustenmittel (Phytopharmaka). Extrakte aus Efeublättern, Thymiankraut, Primelwurzel, Eibischwurzel oder Spitzwegerich werden traditionell und teils mit guter Studienlage bei Husten eingesetzt. Efeu- und Thymianzubereitungen wirken vor allem schleimlösend und krampflösend auf die Bronchien. Schleimstoffe aus Eibisch oder Spitzwegerich legen sich dagegen wie ein Schutzfilm über die gereizte Rachenschleimhaut und können so den trockenen Reizhusten lindern. Auch ätherische Öle wie Cineol aus Eukalyptus werden zur Erleichterung des Abhustens genutzt. Pflanzliche Präparate sind oft gut verträglich, gehören aber – wie alle Arzneimittel – in eine fachkundige Beratung, besonders in Schwangerschaft, Stillzeit und bei kleinen Kindern.

Die wichtigste Regel: Stiller und Löser nicht unüberlegt kombinieren

Ein verbreiteter Irrtum ist es, bei hartnäckigem Husten gleichzeitig einen Schleimlöser und einen Hustenstiller einzunehmen. Das kann sich aber widersprechen: Der Schleimlöser sorgt für mehr verflüssigtes Sekret, während der Hustenstiller genau den Reflex unterdrückt, der diesen Schleim hinausbefördern soll. Im ungünstigsten Fall sammelt sich das Sekret in den Atemwegen an und bietet Bakterien einen idealen Nährboden. Wenn überhaupt, sollte eine solche Kombination zeitlich versetzt erfolgen – etwa der Schleimlöser über den Tag verteilt und der Hustenstiller nur zur Nacht – und am besten in Absprache mit Arztpraxis oder Apotheke.

Was Sie selbst tun können

Unabhängig vom gewählten Präparat unterstützen einige einfache Maßnahmen die Genesung. Trinken Sie ausreichend, am besten Wasser oder ungesüßten Kräutertee – das hält den Schleim geschmeidig. Sorgen Sie für eine ausreichend feuchte Raumluft, gerade in beheizten Räumen, denn trockene Luft reizt die Atemwege zusätzlich. Inhalationen mit warmem Wasserdampf können wohltuend wirken, und auch ein Löffel Honig – nicht für Säuglinge unter einem Jahr – kann den Hustenreiz beruhigen. Verzichten Sie nach Möglichkeit auf Zigarettenrauch, der die Schleimhäute zusätzlich belastet.

Wann zum Arzt?

Ein gewöhnlicher Erkältungshusten klingt meist innerhalb von zwei bis drei Wochen ab. Es gibt jedoch Warnzeichen, bei denen Sie nicht zur Selbstbehandlung greifen, sondern ärztlichen Rat einholen sollten: hohes oder anhaltendes Fieber, Atemnot oder pfeifende Atemgeräusche, Schmerzen beim Atmen, blutiger oder eitrig-gelblicher Auswurf sowie Husten, der länger als drei bis vier Wochen anhält. Auch bei Säuglingen und Kleinkindern, in der Schwangerschaft, bei chronischen Vorerkrankungen wie Asthma oder COPD und bei Personen mit geschwächtem Immunsystem gehört Husten frühzeitig ärztlich abgeklärt.

Welches Hustenmittel im Einzelfall das richtige ist, hängt also wesentlich von der Hustenart, von Begleiterkrankungen und von weiteren eingenommenen Medikamenten ab. In unserer Nord-Apotheke in 68549 Ilvesheim beraten wir Sie gerne persönlich, prüfen mögliche Wechselwirkungen und helfen Ihnen, das passende Präparat für Ihre Situation zu finden – damit Sie schnell wieder frei durchatmen und ruhig schlafen können.

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