Magen-Darm-Infekt: Was bei Durchfall und Erbrechen wirklich hilft
Es beginnt oft ganz plötzlich: ein flaues Gefühl im Bauch, dann Übelkeit, Erbrechen und wässriger Durchfall. Ein Magen-Darm-Infekt, medizinisch Gastroenteritis genannt, gehört zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Meist stecken Viren wie Noro- oder Rotaviren dahinter, seltener Bakterien oder verdorbene Lebensmittel. So unangenehm die Beschwerden auch sind: In den allermeisten Fällen verläuft ein solcher Infekt harmlos und klingt bei sonst gesunden Erwachsenen nach zwei bis drei Tagen von selbst wieder ab. Entscheidend ist in dieser Zeit, dem Körper das zurückzugeben, was er durch Durchfall und Erbrechen verliert – allen voran Flüssigkeit und Mineralstoffe. In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, was bei einem Magen-Darm-Infekt wirklich hilft, welche Mittel sinnvoll sind und woran Sie erkennen, dass ärztlicher Rat gefragt ist.
Warum der Flüssigkeitsverlust das eigentliche Problem ist
Durchfall und Erbrechen sind im Grunde sinnvolle Schutzreaktionen: Der Körper versucht, Krankheitserreger und ihre Giftstoffe so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Das Problem dabei ist der hohe Verlust an Wasser und Elektrolyten. Mit dem dünnflüssigen Stuhl und dem Erbrochenen scheidet der Körper große Mengen an Natrium, Kalium und Chlorid aus – Mineralstoffe, die für den Kreislauf, die Muskeln und die Nervenfunktion lebenswichtig sind. Verliert der Körper zu viel Flüssigkeit, drohen Austrocknung (Dehydratation) und Kreislaufprobleme. Genau deshalb steht bei der Behandlung eines Magen-Darm-Infekts nicht das Stoppen des Durchfalls im Vordergrund, sondern der Ausgleich des Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalts.
Anzeichen dafür, dass dem Körper bereits zu viel Flüssigkeit fehlt, sind anhaltender starker Durst, ein trockener Mund, dunkler und nur noch in kleinen Mengen ausgeschiedener Urin, Schwindel beim Aufstehen, Müdigkeit sowie eine herabgesetzte Hautspannung. Bei älteren Menschen kann sich ein Flüssigkeitsmangel auch durch Verwirrtheit bemerkbar machen. Solche Warnzeichen sollten Sie ernst nehmen und konsequent gegensteuern.
Trinken, trinken, trinken – aber richtig
Die wichtigste Maßnahme bei jedem Magen-Darm-Infekt ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Erwachsene sollten über den Tag verteilt etwa zwei bis drei Liter trinken, bei starkem Durchfall entsprechend mehr. Gut geeignet sind stilles Wasser, ungesüßter Früchte- oder Kräutertee – etwa Kamille oder Fenchel – sowie dünne, leicht gesalzene Brühe. Trinken Sie nicht alles auf einmal, sondern in kleinen, häufigen Schlucken. Das gilt besonders, wenn Sie unter Übelkeit oder Erbrechen leiden: Lieber alle paar Minuten ein kleiner Schluck als ein großes Glas, das der Magen sofort wieder zurückgibt.
Weniger empfehlenswert sind dagegen sehr zuckerhaltige Getränke wie unverdünnte Limonaden oder Fruchtsäfte. Der hohe Zuckergehalt kann den Durchfall sogar verstärken, weil er Wasser im Darm bindet. Auch von Kaffee, schwarzem Tee und vor allem Alkohol sollten Sie in dieser Zeit die Finger lassen, da sie den Körper zusätzlich belasten und entwässern können.
Elektrolytlösungen: die clevere Hilfe aus der Apotheke
Reines Wasser allein gleicht den Verlust an Mineralstoffen nicht aus. Hier kommen orale Rehydratationslösungen ins Spiel – das ist die wirksamste Selbsthilfe bei einem Magen-Darm-Infekt. Diese fertigen Elektrolytmischungen erhalten Sie rezeptfrei in unserer Apotheke. Sie enthalten in einem genau abgestimmten Verhältnis Glucose (Traubenzucker), Natriumchlorid (Kochsalz), Kaliumchlorid und Natriumcitrat. Der Trick dahinter: Die Kombination aus Zucker und Salz sorgt dafür, dass der Darm Wasser und Mineralstoffe besonders gut aufnehmen kann. Lösen Sie das Pulver einfach nach Anleitung in der angegebenen Menge Wasser auf und trinken Sie es schluckweise.
Wenn gerade keine fertige Lösung zur Hand ist, können Sie sich für Erwachsene auch behelfsweise selbst eine Trinklösung herstellen: Verrühren Sie einen halben Liter abgekochtes und wieder abgekühltes Wasser mit vier Teelöffeln Zucker oder Traubenzucker und einem halben Teelöffel Salz. Ein Schuss Orangensaft liefert zusätzlich etwas Kalium und verbessert den Geschmack. Für Kinder und Säuglinge sollten Sie jedoch ausschließlich die in der Apotheke erhältlichen, altersgerecht dosierten Fertigpräparate verwenden – hier ist die genaue Zusammensetzung besonders wichtig. Wir beraten Sie dazu gern persönlich.
Schonkost: Was darf ich wieder essen?
Solange Ihnen übel ist, müssen Sie sich nicht zum Essen zwingen – der Flüssigkeitsausgleich hat Vorrang. Sobald der Appetit zurückkehrt, sollten Sie aber langsam wieder mit leicht verdaulicher Schonkost beginnen. Bewährt haben sich:
- Zwieback, Salzstangen oder geröstetes Weißbrot
- gestampfte Banane oder geriebener Apfel (das enthaltene Pektin bindet Wasser im Darm)
- gekochte oder pürierte Karotten
- Haferschleim und gut durchgekochter Reis
- klare Gemüsebrühe und mild gewürzte Suppen
Verzichten Sie in den ersten Tagen auf fettige, stark gewürzte oder sehr ballaststoffreiche Speisen sowie auf Milchprodukte und Rohkost, da diese den geschwächten Darm zusätzlich reizen können. Tasten Sie sich Schritt für Schritt an Ihre gewohnte Ernährung heran und essen Sie lieber mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt.
Welche Medikamente sind sinnvoll – und welche nicht?
In der Regel ist ein Magen-Darm-Infekt mit Ruhe, Flüssigkeit und Schonkost gut in den Griff zu bekommen. Bei Bedarf kann die Behandlung jedoch mit einigen rezeptfreien Mitteln unterstützt werden. Sogenannte Adsorbenzien wie medizinische Aktivkohle können überschüssige Flüssigkeit und Giftstoffe im Darm binden. Probiotika mit bestimmten Hefen oder Milchsäurebakterien können dazu beitragen, die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen und die Durchfalldauer zu verkürzen.
Wirkstoffe, die die Darmbewegung hemmen und so den Durchfall stoppen, sollten dagegen mit Bedacht und am besten nur nach Rücksprache eingesetzt werden. Denn der Durchfall hilft dem Körper ja gerade dabei, die Erreger loszuwerden – wird er unterdrückt, können Krankheitserreger länger im Darm verbleiben. Bei bakteriellen Infekten oder Blut im Stuhl sind solche Mittel sogar ungeeignet. Lassen Sie sich deshalb in unserer Apotheke beraten, welches Präparat in Ihrer Situation wirklich passt. Und ganz wichtig: Antibiotika helfen gegen die meist viral bedingten Magen-Darm-Infekte nicht und sind nur in bestimmten, vom Arzt festgestellten Fällen erforderlich.
Ansteckung vermeiden: So schützen Sie Ihre Familie
Viele Magen-Darm-Erreger, allen voran Noroviren, sind hochansteckend und werden über kleinste Spuren von Stuhl oder Erbrochenem weitergegeben. Gründliches und häufiges Händewaschen mit Seife – insbesondere nach jedem Toilettengang und vor der Zubereitung von Speisen – ist deshalb der wichtigste Schutz. Benutzen Sie als erkrankte Person möglichst ein eigenes Handtuch, reinigen Sie Oberflächen und Sanitärbereiche sorgfältig und bereiten Sie für andere kein Essen zu, solange Sie akut krank sind. Auch nach dem Abklingen der Beschwerden können die Erreger noch einige Tage ausgeschieden werden – bleiben Sie also weiterhin besonders sorgfältig bei der Hygiene.
Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten
Ein unkomplizierter Magen-Darm-Infekt heilt meist von allein. In bestimmten Situationen gehört er jedoch in ärztliche Hände. Suchen Sie eine Arztpraxis auf, wenn der Durchfall länger als drei Tage anhält, wenn hohes Fieber, starke Bauchschmerzen oder Kreislaufbeschwerden hinzukommen oder wenn sich Blut oder Schleim im Stuhl zeigen. Auch anhaltendes Erbrechen, bei dem Sie keine Flüssigkeit mehr bei sich behalten können, sowie deutliche Zeichen der Austrocknung sind ein Grund, nicht länger zu warten.
Besondere Vorsicht gilt bei Risikogruppen: Bei Säuglingen und Kleinkindern, bei sehr alten oder geschwächten Menschen sowie bei Personen mit chronischen Vorerkrankungen kann ein Flüssigkeitsverlust schnell gefährlich werden. Hier sollten Sie lieber früher als später ärztlichen Rat einholen. Bei kleinen Kindern ist ein Arztbesuch unter anderem dann angezeigt, wenn sie trotz aller Bemühungen kaum noch trinken, kaum noch Urin ausscheiden, auffällig teilnahmslos wirken oder die Augen eingesunken erscheinen.
Wir sind für Sie da
Ein Magen-Darm-Infekt ist unangenehm, aber meist gut beherrschbar – vorausgesetzt, Sie achten konsequent auf ausreichend Flüssigkeit, gönnen sich Ruhe und greifen zur richtigen Unterstützung aus der Apotheke. Ob passende Elektrolytlösung, schonende Mittel gegen Übelkeit oder eine Empfehlung zur richtigen Ernährung in der Genesungsphase: Das Team der Nord-Apotheke in 68549 Ilvesheim berät Sie gern und hilft Ihnen, schnell wieder auf die Beine zu kommen. Sprechen Sie uns einfach an – wir nehmen uns Zeit für Ihre Gesundheit.