Grippeimpfung: Wer sich impfen lassen sollte und wann der beste Zeitpunkt ist


Jetzt an den Schutz vor der nächsten Grippewelle denken

Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, beginnt alljährlich die Grippesaison. Anders als ein gewöhnlicher Erkältungsschnupfen ist die echte Grippe (Influenza) eine ernst zu nehmende Erkrankung, die plötzlich und mit voller Wucht zuschlägt. Eine jährliche Impfung ist nach wie vor der wirksamste Schutz – vor allem für Menschen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf tragen. Wir erklären, wer sich impfen lassen sollte, wann der ideale Zeitpunkt ist und worauf es dabei ankommt.

Echte Grippe oder grippaler Infekt? Ein wichtiger Unterschied

Im Alltag werden die Begriffe oft verwechselt, doch medizinisch handelt es sich um zwei verschiedene Dinge. Ein grippaler Infekt – also eine gewöhnliche Erkältung – entwickelt sich meist langsam über ein, zwei Tage hinweg, beginnt mit Halskratzen und Schnupfen und ist in der Regel nach einer Woche überstanden. Die echte Grippe dagegen wird von Influenzaviren ausgelöst und überfällt die Betroffenen geradezu: Innerhalb weniger Stunden kommt es zu hohem Fieber, oft über 39 Grad, begleitet von Schüttelfrost, starken Kopf- und Gliederschmerzen sowie einem ausgeprägten Krankheitsgefühl mit bleierner Müdigkeit. Viele Erkrankte sind tagelang ans Bett gefesselt, und die vollständige Erholung kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Gefährlich wird die Influenza vor allem durch mögliche Komplikationen. Dazu zählen Lungenentzündungen, Entzündungen des Herzmuskels oder des Gehirns sowie eine Verschlechterung bereits bestehender chronischer Erkrankungen. Gerade bei älteren und gesundheitlich vorbelasteten Menschen kann eine Grippe deshalb lebensbedrohlich verlaufen.

Wer sich besonders impfen lassen sollte

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die jährliche Grippeimpfung ausdrücklich für alle Personengruppen, bei denen das Risiko für einen schweren Verlauf erhöht ist. Dazu gehören:

  • alle Menschen ab 60 Jahren, da das Immunsystem im Alter weniger schlagkräftig auf Erreger reagiert;
  • Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel – bei erhöhtem Risiko durch eine Grunderkrankung bereits ab dem ersten Drittel;
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit chronischen Grundleiden wie Asthma, COPD, Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen Nieren- oder Lebererkrankungen sowie geschwächtem Immunsystem;
  • Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen;
  • medizinisches Personal sowie Beschäftigte in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr, die das Virus weitergeben könnten;
  • Personen, die im selben Haushalt mit Risikopatienten leben oder diese pflegen und sie so vor einer Ansteckung schützen wollen.

Doch auch wer keiner dieser Gruppen angehört, kann sich impfen lassen. Wer beruflich viel Kontakt zu anderen Menschen hat oder schlicht das Risiko verringern möchte, mehrere Tage krank im Bett zu liegen, profitiert ebenfalls von der Impfung. Sprechen Sie uns gerne an – wir beraten Sie individuell, ob die Grippeimpfung für Sie sinnvoll ist.

Der beste Zeitpunkt: Im Herbst, bevor die Welle rollt

Der ideale Zeitpunkt für die Grippeimpfung liegt in den Monaten Oktober und November. Der Grund dafür ist die Funktionsweise des Impfschutzes: Nach der Impfung benötigt der Körper etwa zehn bis vierzehn Tage, um ausreichend schützende Antikörper zu bilden. Wer sich im Herbst impfen lässt, ist also rechtzeitig geschützt, wenn die Grippewelle in Deutschland üblicherweise zwischen Dezember und März ihren Höhepunkt erreicht.

Wer den Herbsttermin verpasst hat, sollte dennoch nicht auf die Impfung verzichten. Auch eine spätere Impfung – etwa im Januar oder Februar – kann noch sinnvoll sein, solange die Grippewelle noch anhält. Da sich die zirkulierenden Influenzaviren von Jahr zu Jahr verändern, wird der Impfstoff jährlich an die voraussichtlich vorherrschenden Virustypen angepasst. Aus diesem Grund ist die Impfung jede Saison aufs Neue notwendig; ein einmaliger Schutz für mehrere Jahre ist bei der Grippe nicht möglich.

Wie der Impfstoff wirkt

Bei den heute üblichen Grippeimpfstoffen handelt es sich überwiegend um sogenannte Totimpfstoffe. Sie enthalten keine vermehrungsfähigen Viren, sondern lediglich Bestandteile der Erregerhülle. Das Immunsystem erkennt diese Eiweißstrukturen als fremd und bildet passende Antikörper, ohne dass die geimpfte Person erkrankt. Kommt es später zu einem Kontakt mit echten Influenzaviren, kann das Abwehrsystem schnell reagieren. Für Menschen ab 60 Jahren steht zudem ein Hochdosis-Impfstoff zur Verfügung, der eine größere Menge an Antigenen enthält und die im Alter nachlassende Immunantwort gezielt unterstützt.

Wichtig zu wissen: Von einer Grippeimpfung kann man keine Grippe bekommen. Da der Totimpfstoff keine vermehrungsfähigen Erreger enthält, ist eine Ansteckung durch die Impfung selbst ausgeschlossen. Treten in den Tagen nach der Impfung dennoch leichte Beschwerden auf, ist dies Ausdruck der gewünschten Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Impfstoff – und nicht etwa eine echte Grippe.

Verträglichkeit und mögliche Impfreaktionen

Die Grippeimpfung gilt als gut verträglich. Wie bei jeder Impfung können vorübergehend Reaktionen auftreten, die nach ein bis zwei Tagen von selbst wieder abklingen. Dazu zählen:

  • Rötung, Schwellung oder ein Druckgefühl an der Einstichstelle, meist am Oberarm;
  • ein leichtes allgemeines Krankheitsgefühl, etwa Müdigkeit oder Abgeschlagenheit;
  • gelegentlich eine leicht erhöhte Temperatur, Kopf- oder Muskelschmerzen.

Diese Beschwerden sind ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem arbeitet, und in aller Regel harmlos. Ernsthafte Nebenwirkungen sind sehr selten. Wer unsicher ist oder bekannte Allergien etwa gegen Hühnereiweiß hat, sollte dies vor der Impfung ansprechen, damit ein geeigneter Impfstoff ausgewählt werden kann.

Grippe- und Corona-Impfung zur selben Zeit?

Viele Menschen fragen sich, ob sie sich gegen Grippe und gegen COVID-19 gleichzeitig impfen lassen können. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist eine zeitgleiche Gabe beider Impfstoffe möglich; sie werden dann üblicherweise in unterschiedliche Arme verabreicht. Dadurch lässt sich ein zusätzlicher Termin sparen. Da die Impfreaktionen beider Impfungen in diesem Fall zusammenfallen können, sollten Sie sich vorab beraten lassen, was für Ihre persönliche Situation am sinnvollsten ist.

Zusätzlicher Schutz im Alltag

Die Impfung ist die wichtigste, aber nicht die einzige Maßnahme gegen die Grippe. Ergänzend helfen einfache Hygieneregeln, das Ansteckungsrisiko zu senken: regelmäßiges und gründliches Händewaschen, das Einhalten von Abstand zu offensichtlich Erkrankten, das Lüften geschlossener Räume sowie das Niesen und Husten in die Armbeuge statt in die Hand. Wer selbst erkrankt ist, sollte zu Hause bleiben, um andere nicht anzustecken. In Kombination mit einer ausgewogenen Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung an der frischen Luft lässt sich das Immunsystem zusätzlich stärken.

Lassen Sie sich in der Nord-Apotheke beraten

Sie sind unsicher, ob die Grippeimpfung für Sie infrage kommt, oder möchten wissen, welcher Impfstoff für Sie geeignet ist? Sprechen Sie uns an – wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen rund um die Impfung, den richtigen Zeitpunkt und den Schutz Ihrer Familie. Gerade für ältere Menschen, chronisch Kranke und ihre Angehörigen lohnt es sich, den Schutz vor der nächsten Grippewelle rechtzeitig in die Wege zu leiten. Denn wer vorgesorgt hat, kommt deutlich entspannter durch die kalte Jahreszeit.

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